FAQs – Die meist gestellten Fragen rund um Lesestart

Frage
1. Warum ist Lesen im Alter von 0 – 10 Jahren so wichtig?
Antwort
Das Lesen ist eine Schlüsselqualifikation unseres modernen Lebens. Wir wenden es überall an: Beim morgendlichen Zeitungslesen, beim Surfen im Internet, beim Einkaufen und natürlich beim Bücher-Schmökern.
Kinder die von klein auf die Faszination des Lesens kennen lernen, haben oft bessere Bildungschancen und später größere schulische und berufliche Erfolge.  


Frage
2. Sind einjährige Kinder nicht noch zu jung für das Thema Bilderbuch?
Antwort
Auf keinen Fall: Für die Entwicklung von Fantasie und Kreativität ihrer Kinder können Eltern kaum etwas Besseres tun, als ihnen viel und oft vorzulesen. Das Vorlesen erzeugt Bilder im Kopf, die die Vorstellungskraft stärken. In der Regel beginnen Kinder im Alter von einem Jahr mit dem Sprechen und sie können kurz vor dem 2. Geburtstag schon eine Menge Wörter sagen.  Am Ende des dritten Lebensjahres hat ein Kind sogar weitgehend die Grammatik seiner Muttersprache gelernt. Damit das gut gelingt, ist es wichtig, dass Eltern viel mit ihren Kindern sprechen. Bilderbücher sind dafür das ideale Medium, denn das Vorlesen führt zu einem regen Austausch zwischen dem Vorlesenden und dem Kind. Dieser fördert Sprache und Fantasie in optimaler Weise.

Frage
3. Was kann die bundesweite Lesestart-Kampagne bewirken?
Antwort
Sehr viel, wie die Begleitforschung zu dem sächsischen Modellprojekt zeigt, das die Stiftung Lesen gemeinsam mit dem sächsischen Sozialministerium und dem Ravensburger Buchverlag seit November 2006 durchführt. Erste Ergebnisse ergaben, dass 10 Prozent der Eltern aufgrund des Projektes überhaupt angefangen haben vorzulesen und 30 Prozent angeregt wurden, das Vorlesen in ihren Familienalltag als regelmäßige Aktivität zu integrieren. 

Frage
4. Was sollte man beim Vorlesen mit Kleinkindern beachten?
Antwort
Das Vorlesen mit einem Kleinkind unterscheidet sich selbstverständlich von dem Vorlesen mit einem Drei- oder Vierjährigen. Es wäre falsch zu erwarten, dass die Kleinen lange Zeit ruhig und konzentriert zuhören. Für sie ist das Bilderbuch in erster Linie ein Spielzeug, ein Ding das sie in die Hand nehmen, umdrehen, durch die Luft wirbeln – eben im wahrsten Sinn des Wortes mit all ihren Sinnen be-greifen.
Hilfreich ist, wenn man sich zum Vorlesen einen ruhigen, gemütlichen Ort sucht, Geduld mit den jungen Zuhörern hat und auf die Reaktionen des Kindes eingeht. 

Frage
5. Was unterscheidet Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland von anderen ähnlichen Projekten?
Antwort
Einer der Hauptunterschiede liegt natürlich in der Größenordnung der Kampagne: Dank der Unterstützung der Wirtschafts- und Sozialpartner kann die nationale Lesestart-Initiative immerhin ein Drittel aller Eltern von einjährigen Kindern über zwei Jahre hin weg mit kostenlosem Lesestart-Material ausgestatten.
Die Grundidee, schon die jüngsten Kinder an die Welt der Bücher heranzuführen, haben  sicherlich alle Projekte gemein. Mit der bundesweiten Kampagne möchten die Stiftung Lesen sozusagen ein Dach zur Verfügung stellen, das die regionalen Projekte vereint. Aus diesem Verständnis heraus haben wir für viele kleinere Projekte auch bereits die Schirmherrschaft übernommen. Wir möchten so ein regelrechtes Lesestart-Netzwerk über ganz Deutschland aufbauen, in das wir auch aktive die Bibliotheken einbeziehen.  


Frage
6. Warum unterstützen Wirtschaftsunternehmen der Druck- und Papierbranchen die Aktion?
Antwort
Das liegt fast auf der Hand: Die vielen Wirtschaftssponsoren der Druck- und Papierindustrie, allen voran der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau), haben einnachhaltiges Interesse, dass auch zukünftige Generationen Spaß am Lesen haben. Wir sind sehr glücklich, dass die Unternehmen auf diesem Weg einen echten Beitrag dafür leisten, dass möglichst viele Kleinkinder in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden.  

Frage
7. 500.000 Sets in zwei Jahren reichen nicht für eine Vollversorgung. Wie organisieren Sie die Verteilung?
Antwort
Für das Projekt wurde, neben dem Bundeselternrat und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte als Partner gewonnen. Über ihn haben wir alle niedergelassenen Kinderärzte in Deutschland angeschrieben und zur Beteiligung angefragt. Die Kinderärzte, die sich an Lesestart beteiligen möchten melden sich bei uns zurück und teilen uns ihren Bedarf an Sets mit, die sie im Rahmen der U6-Untersuchen verschenken möchten. Damit die 500.000 Sets, die zur Verfügung stehen gleichmäßig über Deutschland verteilt werden können, ermitteln wir aus den Wunschmengen, die die Ärzte angefordert haben, nun eine tatsächliche Setzahl, die wir ihnen im Laufe des Juni 2008 zur Verfügung stellen können. 

Es ist richtige, dass „nur“ ein Drittel aller Eltern mit einjährigen Kindern versorgt werden kann. Wir bauen darauf, dass die Kinderärzte bei der Verteilung vielleicht gerade bildungsferne Familien ansprechen – die also, die nicht von sich aus den Zugang zur Welt des Lesens finden. Die Alternative wäre gewesen nichts zu verteilen – und das wollten wir nicht akzeptieren.

Frage
8. Was passiert, wenn die beiden Projektjahre vorbei sind? 
Antwort
Wir hoffen, dass sich im Laufe der beiden Projektjahre viele Interessenten aus Bund, Länder, Kommunen und auch weitere Wirtschaftsunternehmen finden, die die Initiative weiter tragen und entsprechende Mittel zur Verfügung stellen können.  
Außerdem sehen wir „Lesestart“ als einen Baustein der frühkindlichen Leseförderung, der von vielen anderen auch regionalen Maßnahmen ergänzt wird. Für eine nachhaltige Versorgung spielen auch die Bibliotheken und auch der Buchhandel eine wichtige Rolle. Hier finden Eltern viele Anregungen, um den Lesestart fortzusetzen, damit ihre Kinder wirklich mit Büchern wachsen.